DDR-Spionagebunker in Gosen auch 2020 offen

Hier geht es auch 2020 um die Geschichte der Spionagedienste in Ost und West, um Ziele und Aufklärungserfolge diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs.Ort der Geschichte: Markus Wolfs Bunker ist Dokumentationsstätte

 

Als Bunker für die Führung der DDR-Auslandsspionage gebaut, ist das Schutzbauwerk in einem Waldgebiet bei Gosen heute ein geschichtsrelevanter Ort. Als Museum steht dieses Mahnmal des kalten Krieges seit 2019 offen. Und auch 2020 gibt es Besuchsmöglichkeiten. Ab 1. Februar öffnen die Bunkertüren jeden Monat für ein Wochenende.

Die Paasche AG (Gosen) als Eigentümerin und die Bunker-Dokumentationsstätten (Marienthal) als Museumsbetreiber setzen die Zusammenarbeit fort. Ziel ist der Erhalt dieses historisch wichtigen Ortes und seine Erklärung im Kontext deutsch-deutscher Spionage-Aktivitäten. Der Originalschauplatz steht dabei für technische wie auch inhaltliche Authentizität.

Schwerpunkt des museums-pädagogischen Konzepts ist die DDR-Spionagetätigkeit im Umfeld westdeutscher Regierungsbunker. Diese Führungsstellen waren im kalten Krieg ein bevorzugtes Ziel geheimdienstlicher Aufklärung.

Ein Ort im Wandel der Zeit: einst geheimer Schutzbau für die DDR-Spionage, findet heute auch der Schulunterricht zur Geschichte des kalten krieges im Bunker statt.Heute betreibt das Netzwerk der Bunker-Dokumentationsstätten in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen sechs ehemalige Atomschutzbunker als Museum. Im Zuge der wissenschaftlichen Aufarbeitung werden seit 15 Jahren auch Akten des DDR-Spionageapparates beim „Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen“ (BStU.) sowie im Bundesarchiv ausgewertet. Dieses Hintergrundwissen sowie die Einbindung von Historikern und Zeitzeugen bilden die Grundlage für die Erklärung von Arbeitsweise, Zielsetzung und Auswertungsergebnissen der DDR-Spionage im Westen. Über Dokumente und Fotografien ist dieser spannende Teil deutscher Geschichte in einen der wichtigsten Orte der DDR-Spionage zurückgekehrt – nach Gosen und in den Bunker, der 1984 an Geheimdienstchef Markus Wolf übergeben wurde.

Es ist eine Zeitreise, wenn die Besucher zwischen Bunkerküche, Schlafzimmern und Auswertungszentren aus den 1980er Jahren auch mit den Denkmodellen des kalten Krieges konfrontiert werden. Das ist kein ostdeutsches Phänomen, sondern spiegelt über die Spionageerfolge natürlich auch westdeutsche Kriegsmentalität wider. Die Bunker waren beiderseits des Eisernen Vorhanges extreme Orte, eingerichtet für Situationen jenseits der Normalität.

Das greifen die Bunker-Dokumentationsstätten auf und ordnen es politisch-historisch ein. Gosen kommt dabei eine Sonderrolle zu: die sechs Dokumentationsstätten im Westen waren einst Ziel der Agenten, die im Spannungsfall aus dem Markus-Wolf-Bunker angeleitet worden wären. Mit dem Museumszeitalter rücken diese Orte nun näher zusammen und informieren über Denk- und Handlungsmodelle des kalten Krieges, Spionage einschließlich.

Informationen zu Terminen, Inhalten und Anmeldemöglichkeiten zu den Bunker-Führungen 2020 gibt es im Internet: www.bunker-gosen.de.

 

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06.02.2020