Vorhang auf für „Kinonacht am Bunker“

Erfolgreiche Premiere mit fast 200 Besuchern am Regierungsbunker

Mit der „Kinonacht am Bunker“ gab es Filmisches aus 20 Jahren Bunkergeschichte zu sehen – direkt vor dem Zugang des Hauptakteurs.Zum Start des dreistündigen Kinoevents gab es Kurioses für die Augen, denn wenn ein Elektrokarren minutenlang durch die Gänge des Regierungsbunkers mit Höchstgeschwindigkeit „heizt“ – und das sind fünf km/h – fragt sich der geneigte Zuschauer irgendwann: Was soll das? Die Dreharbeiten zum Verkaufsvideo der Oberfinanzdirektion Koblenz von 1998 waren ebenso einseitig wie auch aufschlussreich – erst recht außergewöhnlich. Denn nie zuvor wurde im Regierungsbunker für die Öffentlichkeit gefilmt. Und so gab es weite Teile des Rohmaterials dieses „Filmklassikers“ zu sehen, der für die Größe des Regierungsbunkers sprach wie auch für die Ratlosigkeit des Kameramanns, der in einer fremden, völlig ungewöhnlichen Welt unterwegs war, die mit ihren kilometerlangen Gängen kaum Abwechslung bot.

Später kamen die Bagger, dann die Stille. Die Abschottung der Anlage blieb. Mit ihr verband sich über ein halbes Jahrhundert die Isolation dieses Ortes gegenüber der öffentlichen Wahrnehmung. So war es auch nicht verwunderlich, das fast 200 Besucher zur ersten Kinonacht am Bunker kamen, um exklusive Einblicke in dieses Staatsgeheimnis zu nehmen, das dann zur abgeschirmten Rück-Baustelle wurde, schließlich zum versiegelten und leer geräumten Betonkadaver.

Im Film ging es durch die Bunker-Historie aus intakter Anlage (1998) über den Rückbau (ab 2001) in die entkernten Stollen (ab 2004) bis hin in das Museumszeitalter. Im Rücken den Imbiss mit kaltem Bier und gegrillten Würsten, oben sternenklarer Himmel und vor der Nase die Leinwand mit den Filmaufnahmen – zur „Kinonacht am Bunker“ passte alles.

Mit Dr. Hans Walter aus dem Architekturbüro des Bunkerneubaus oder Erfolgsautor Jacques Berndorf waren interessante Zeitzeugen gekommen, in deren Biografie der Bunker Spuren hinterlassen hatte. Der eine wusste alles über den Bunker und durfte nicht darüber reden, der andere schrieb ein Buch darüber und durfte eigentlich nichts vom Bunker wissen. Jahrzehnte später genossen beide sichtlich die Kinonacht mit ihren Inhalten – eine Veranstaltung, die fortgesetzt wird – an weiteren Orten und mit unterschiedlichen Inhalten.

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23.08.2011