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Es ist die teuerste Baumaßnahme in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und war der größte Bunker Europas: Der „Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik im Kriegs- und Krisenfall“. Seit März 2008 bietet die ehemals 17,3 Kilometer lange Bunkeranlage auf 200 Metern in einer komplex eingerichteten Dokumentationsstätte umfangreiche Informationen zu Technik und Aufgabe. Die urbane Ausstrahlungskraft des Bunkers, in dessen rückgebauten Teil man hineinsehen kann, beeindruckte im ersten Museums-Jahr mehr als 75.000 Besucher aus aller Welt.
Diese Bunkeranlage ist bundesweit einmalig: Weitestgehend im Originalzustand, funktioniert die Technik, ist alles an seinem Platz. Der Ausweichsitz der Landesregierung Nordrhein-Westfalen wurde 1964 gebaut und 1993 durch den Nutzer aufgegeben, schließlich 1997 verkauft. Der neue Eigentümer pflegte die Anlage und bereitete langfristig eine museale Nutzung vor. Die Bunkeranlage und ihre Einrichtung informieren auf beeindruckende Art, wie das deutsche Krisenmanagement über einzelne Bereiche als großes Ganze aufgebaut war. Die Dokumentationsstätte steht seit Sommer 2009 offen.
Diese Internetseite informiert über Dokumentationsstätten, die in der Zeit des Kalten Krieges als Bunker von Bund und Ländern geheim errichtet und betrieben wurden. Von hier sollten die Regierungen geschützt ihre Arbeit im Kriegsfall fortsetzen. Mit dem Fall des Eisernen Vorhanges wurden diese Ausweichsitze nicht mehr gebraucht und aufgegeben. Zwei stehen heute als Dokumentationsstätten offen und können besichtigt werden. Sie informieren über die Bauwerke, die technische Einrichtung und über die ehemalige Aufgabe. Als Dokumentationsstätten und Mahnmalen des Kalten Krieges kommt ihnen heute eine wichtige Aufgabe zu.
Der Felsenbunker unter der Festung
Ehrenbreitsein hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich: Von
Zwangsarbeitern zu Beginn des Zweiten Weltkrieges in den Felsen getrieben, bot
die Anlage bis zu 10.000 Menschen Schutz. Über Jahrzehnte war ein Stollen nach
dem Krieg Zugang zur Sesselbahn, die Besucher vom Rhein auf die berühmte
Festung brachten. Jetzt plant Elias Maya, Künstler mit
Ateliers in Bonn und Sinzig, im Felsenbunker ein interdisziplinäres
Multi-Media-Projekt. Mit einer Installation von Bildern, Objekten, einem
Videofilm und einer Performance mit Musik und Tanz bearbeitet er das Thema „Hauptsache
Leben“, das sich für ihn aus dem Aufführungsort ergibt.
„Hauptsache Leben“ weiterlesen ...
Mit der „Criminale 2010“ erobert ein ganz neues Genre den ehemaligen Ausweichsitz Nordrhein-Westfalens: Es geht um Mord und Totschlag in den Stabsstellen der Landesregierung. Denn am 11. September tragen ab 15 Uhr vier Krimiautoren ihre Werke im Bunker vor. Es geht um eiskalte Verbrechen im nicht weniger eiskalten Bunker. Eine Kulisse der Extraklasse wartet auf die Besucher – bei acht Grad und einer Einrichtung der 60er Jahre, die für nicht minder blutige Augenblicke der Weltgeschichte eingerichtet wurde.
„Blutiger Bunker“ weiterlesen ...